Es fühlt sich ein wenig an wie Verrat

Aber es ist tatsächlich eine Angst von mir: Komme ich finanziell ohne Philipp aus? Ich weiß, dass es schwer wird und ich enorm überfordert sein werde... aber finanziell wäre es ok. Natürlich nur, wenn ich weiter Vollzeit arbeite und Philipp mich nichts kostet. Theoretisch bleibt auch über 1000€ übrig. Und ich habe echt alles abgezogen, was mir begegnet und eingefallen ist. Auch Katzenkosten. Keine Ahnung. Fühlt sich falsch an. Ein Leben nach Philipp. Gibt es irgendwie nicht und irgendwie doch. Es ändert sich theoretisch nicht zuviel. Ich kann halt wegen der Jungs nicht weg. Außer ich bekomme eine Betreuung, die medizinisch bewandert ist. Ich komme alleine nach Hause. Ich bin alleine Zuhause. Ich habe nur noch Arbeit als Leben. Sport bin ich dann so eine "Jemand muss die Butterbrote schmieren!"-Typ. Ach wie schön jämmerlich. Dann kann ich fein schrullig und sonderbar werden und immer fein Mikrowellengerichte mampfen. Nein alleine Wohnen ist kein Todesurteil, aber... ja. Mehr ist da dann nicht mehr. Dann kann ich mich weiter um meinen bescheuerten Vater kümmern, der nach dem Tod der Katze davon träumt zu verreisen. Mit seiner kaputten Hüfte, die er nicht reparieren lassen will, seinen verstopften Herzkranzgefäßen. "Dann bin ich in Frankreich!". Idiot. Wie weit will er da kommen? Will ich nicht. Als ich von Philipp erzähle und sage, dass er nicht gerne telefoniert oder lange Texte schreibt, sagt er, dass er ja auch trotz neuster Technik nicht gerne telefoniert hat. Er wäre da ja genau so. Nur Philipp ist es, weil er unter Drogen steht und es ihm scheiße geht. Dann kommt er drauf, dass er bei Zeitreise Mama sagen würde, dass sie sich nicht operieren lassen soll. Immerhin erkennt er, dass es Philipp auch scheiße geht. Und wenn Rebekka erzählt, dann wäre das ja immer dramatisch und er hätte ihr gesagt, dass sie ja immer nur dramatisch wäre. Ja wegen dir du Pfosten. Unsere Gestörtheit bist du schuld. Ja okay, meine ist auch Rebekka schuld :D. "Sie wissen doch woher Ihre Grundanahmen stammen.". Aber das Wissen woher hilft zumindest mir nicht dagegen. Wieso? Wie kriege ich das weg? Will ch das weg haben? Ich gebe mir ja nicht sonderlich viel Mühe damit. Ich bin so dämlich. Rein logisch sollte ich Therapie abbrechen, wenn ich mir keine Mühe geben will und so sein möchte wie ich bin. Dämlich und nicht bemüht. Andere haben es eindeutig schwerer und ich bleibe so wie ich bin.

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